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Lieferengpässe vermeiden

– die wichtigsten Ursachen und was Sie dagegen tun können

Ein blauer LKW wird an einer Laderampe entladen und dann erneut beladen.

Lieferengpässe gehören zu den schlimmsten Problemen, die ein Unternehmen haben kann. Wer nicht liefern kann, muss mit Kundenverlust, einer sinkenden Wirtschaftlichkeit und langfristig auch Mitarbeiterfluktuation rechnen. Wo liegen die Ursachen von Lieferengpässen und wie lassen sie sich jeweils vermeiden?

Inhaltsverzeichnis

1. Warum entstehen Lieferengpässe?

Ursachen von Lieferengpässen unterscheiden sich je nach Branche. Während beispielsweise in der Pharmaindustrie Krankheitswellen ein Problem darstellen, die zeitweise zu schlechter Verfügbarkeit von Medikamenten führen können, sind andere Branchen viel weniger Schwankungen unterworfen. Es gibt auch Sonderfälle wie beispielsweise die Chipknappheit, die seit März 2020 nicht nur die Elektronikbranche, sondern auch angrenzende Industrien wie zum Beispiel die Automobilproduktion.

Die wichtigsten Gründe für Lieferengpässe finden Sie hier:

  • Transportprobleme
  • Rohstoffknappheit (zum Beispiel Kupfer, Aluminium oder Holz); betrifft auch Verpackungsmaterial
  • Naturkatastrophen
  • Gesetzlich bedingte Probleme (Zertifizierungen, Zulassungen oder auch Sanktionen)
  • Technische Probleme (zum Beispiel mit IT-Systemen oder mit Produktionsanlagen)
  • Qualitätsmängel beim Lieferanten
  • Saisonale oder anderweitig bedingte Schwankungen
  • Veränderte Marktsituation (Firmenaufkäufe, Konsolidierung)
  • Mangelnde Bestände (beispielsweise wegen fehlerhafter Planung)

 

2. Die Folgen von Lieferengpässen​

Lieferengpässe bei Ihnen bedeuten, dass Ihre Kunden ihre Ware nicht rechtzeitig oder nicht vollständig (oder beides) erhalten. Das hat zur Folge, dass ihre Kunden Sie nicht mehr als verlässlichen Lieferanten wahrnehmen. Sie wandern ab zur Konkurrenz und Sie müssen mit schlechteren Absatzerwartungen kämpfen.

 

Wirtschaftlich können Lieferengpässe also große Folgen für Sie haben. Aber auch innerhalb Ihres Unternehmens verursachen sie Probleme: Wenn ständig manuell nachgearbeitet werden muss, Prozesse angepasst werde müssen oder Korrekturen durchgeführt werden müssen, werden Ihre Mitarbeiter langfristig unzufrieden. Für Sie bedeutet das, dass die Personalkosten steigen und Sie mit einer erhöhten Mitarbeiterfluktuation rechnen müssen.

Sonderfall Automobilindustrie: Die Automobilhersteller (auch OEMs) gelten als besonders anspruchsvolle Kunden. Sie behalten in der Regel die Liefertreue Ihrer Lieferanten genau im Auge Die Liefertreue ist dabei eine Kennzahl, die die Lieferung der korrekten Menge zum korrekten Zeitpunkt misst. Vertragliche Regelungen legen fest, welche Konsequenzen eine schlechte Liefertreue für den Zulieferer haben kann. Lieferengpässe haben dementsprechend in dieser Branche besonders drastische Folgen.

Es empfiehlt sich also auf jeden Fall, auf potenzielle Lieferengpässe vorbereitet zu sein oder einen guten Ausweichplan parat zu haben. Damit das gelingt, hilft es, sich genau damit auseinander zu setzen, woher die Probleme bei Ihnen kommen, denn nur dann können Sie dagegen vorgehen. 

Welche Folgen hat eine schlechte Liefertreue?

Die Kennzahl Liefertreue ist zentral für den Unternehmenserfolg. Ist die Liefertreue zu schlecht, müssen Sie mit drastischen Auswirkungen rechnen. Diese betreffen bei weitem nicht nur die Zufriedenheit Ihrer Kunden. Welche anderen Folgen es hat, wenn Sie immer wieder die falsche Menge zum falschen Zeitpunkt ausliefern, erfahren Sie in unserer übersichtlichen Tabelle.

Auswirkung auf Bereich Folge Worst Case
Kundenunzufriedenheit Gesamtunternehmen, Vertrieb Vertrauens-/Verlässlichkeitsverlust Abwanderung zur Konkurrenz, Marktverlust, Auftrags-/Kundenverlust; insgesamt schlechtere Absatzerwartungen
Umsatzeinbußen Gesamtunternehmen Investitionsstopps, sinkende Wachstumschancen bei fehlenden Rücklagen Liquiditätsengpässe
Verschlechterte Kundenbeziehung Gesamtunternehmen, Vertrieb erhöhte Aufwände für Maßnahmen zum Kundenerhalt und zur Kundenrückgewinnung (Gutschriften, Boni-Zahlungen, Kulanzleistungen, Rückgewinnungsaktionen) Kundenverlust
Erhöhte Kosten/Aufwände Gesamtunternehmen, Finance & Controlling, SCM Vertragsstrafen für Lieferverzögerung; erhöhte Kosten für nicht einkalkulierte Sonderfrachten bei fehlenden Rücklagen Liquiditätsengpässe
Preisstrategie Vertrieb, Einkauf Schwierigere Position in Preisverhandlungen (bei zukünftigen Beauftragungen können Preise gedrückt werden) Kosten-/Nutzen-Verhältnis; insgesamt sinkende Rentabilität
Erhöhung der Opportunitätskosten SCM, Logistik, SCM-Controlling hohe Kapitalbindungskosten, Erhöhung der Lagerhaltungskosten, mangelhaft abgestimmte Prozesse innerhalb der Lieferkette, Kapazitätsengpässe im Lager verschlechterte Wirtschaftlichkeit, hohe Opportunitätskosten (gebundenes Kapital kann für Investitionen nicht eingesetzt werden), hohe Zinskosten für das gebundene Kapital
Hohe Auslastung in der Produktion Produktion, Produktionsplanung, SCM, Logistik erhöhte Rüstzeiten von Anlagen, Effizienzverschlechterung, Verschlechterung der. „Overall Equipment Efficiency“ (OEE), verschlechtere Planung Unwirtschaftlichkeit des Unternehmens
Nicht-Erreichen von internen Zielvereinbarungen wie z.B. „Steigerung der OEE“ oder „Senkung von Sonderfrachten“ Personal, HR, Recruting, Team Unzufriedenheit der Mitarbeiter/der Verantwortlichen (drohende Boni- oder Prämienverluste und damit einhergehend Motivationsverluste) Fluktuation, Kapazitätsengpässe

3. Wie vermeidet man Lieferengpässe?

Die wichtigsten internen und externen Faktoren

Externe Faktoren: Probleme in der Lieferkette

Egal ob Corona, Frachter im Suezkanal oder internationale Krisen: Globale Lieferketten bergen Risiken, die direkte Auswirkungen auf Ihre Lieferungen haben können. Es gibt verschiedene Strategien, um dagegen wirken zu können.   

  • Kürzere Transportwege: Wer Waren vor allem von Lieferanten aus Asien oder anderen weit entfernten Ländern bezieht, hat lange Transportwege und kann dementsprechend nicht kurzfristig Waren nachordern. Das Risiko von Problemen auf langen Transportrouten ist hoch. Dazu kommen noch politische Einflüsse, die sehr schnell Lieferungen aussetzen lassen können. Eine Alternative können hier lokalere Lieferanten sein, die, wenn schon nicht im gleichen Land, dann wenigsten in Nachbarländern sitzen und schneller liefern können.
  • Diversifizierung des Lieferantennetzwerks: Wer nicht erst im akuten Ernstfall versucht, alternative Lieferanten zu finden, ist klar im Vorteil. Ein breites Netzwerk an verschiedenen Lieferanten aus unterschiedlichen Herkunftsländern bietet Ihnen Sicherheit. Sie können außerdem so planen, dass sie einen günstigeren Hauptlieferanten nutzen und bei höherer Belastung auf teurere Anbieter zurückgreifen.
  • Beschaffungsstrategien anpassen: Neben einem breit aufgestellten Lieferantennetzwerk ist auch die Planung ein entscheidender Punkt: Welche Prozesse haben Sie implementiert, um kurzfristig Lieferanten zu akquirieren und zu beauftragen? Beachten Sie auch, dass ein konsequenter Austausch zwischen Vertrieb und Einkauf dabei hilft, Kapazitäten besser einschätzen zu können.

 

Externe Faktoren können Sie selten beeinflussen. Sie können allerdings darauf vorbereitet sein, wenn Sie eintreten. Planung und Simulation sind effektive Mittel, um Problemen schnellstmöglich zu begegnen. Die Zeit, die Sie in diese Vorbereitung stecken müssen, lohnt sich aber meistens, da sie die wirtschaftlichen Folgen von Lieferausfällen dann nicht tragen müssen.

Interne Faktoren: Probleme mit der Transparenz

Interne Probleme sind meist mit dem Begriff Transparenz gut zusammenfassbar. Zu oft haben Unternehmen nur grundlegend Softwaresysteme im Einsatz, die aber viele individuelle Prozesse gar nicht abbilden. Dabei geht es nicht nur darum, Lieferengpässe frühzeitig zu erkennen. Das Problem entsteht meist schon früher:

  • Bestands- und Lagermanagement: Beim Bestandsmanagement ist die Balance zentral: Die Sicherheit hoher Bestände steht hohen Lagerhaltungskosten gegenüber. Darüber hinaus steigt auch das Risiko von Beschädigung oder Verderb. Welche Strategie hier die beste ist, ist höchst individuell. Für alle Unternehmen gilt jedoch: Transparenz ist das beste Mittel, um die richtige Strategie zu ermitteln. Passende Softwarelösungen können auch simulieren, welche Auswirkungen veränderte Strategien auf die Lieferfähigkeit haben.
  • Auftragsmanagement: Das Auftragsmanagement ist in vielen Unternehmen die zentrale Drehschreibe, um Ressourcen und Kapazitäten korrekt zu verteilen. Dies kann nicht funktionieren, wenn die Zahl der Kunden, der Waren, der Lieferanten und der Bestellungen nicht mehr überschaubar ist. Disponenten oder Supply Chain Manager sind darauf angewiesen, schnell reagieren und Lösungen finden zu können. Dies kann nur mithilfe von durchgängiger Digitalisierung geschafft werden. Das Optimierungspotenzial gerade beim Auftragsmanagement ist vielen Unternehmen allerdings unklar.
  • Ressource Mitarbeiter: Der Fachkräftemangel ist auch in der Logistik ein großes Problem. Nicht nur finden sich zu wenige qualifizierte Mitarbeiter. Die Fluktuation ist besonders dann groß, wenn die Zufriedenheit sinkt. Gibt es ständig Probleme mit Lieferungen und der Kundenzufriedenheit, steigt das Risiko, Mitarbeiter zu verlieren. Kombiniert mit Auslastungsspitzen oder saisonalen Schwankungen, wird die Situation nicht einfacher. Auch hier geht es darum, die verfügbaren Ressourcen bestmöglich zu nutzen.

 

Transparenz wirkt wie ein inhaltsleeres Schlagwort. In diesem Fall ist Transparenz aber entscheidend: Es geht darum, wie viel Sie über den aktuellen Zustand in Ihrem Unternehmen wissen, wie sinnvoll ihr Bestandsmanagement geplant ist, wie sicher Sie Lieferungen zusagen können und wie schnell Sie reagieren können. Je mehr Zeit Sie investieren müssen, um Probleme zu identifizieren und zu lösen, desto teurer wird ein Lieferengpass. 

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4. Probleme schneller erkennen und lösen: Wie die Digitalisierung gegen Lieferengpässe hilft

Die Digitalisierung bietet erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten. Um Lieferengpässe zu vermeiden, wäre es nötig, Daten frühzeitig zu analysieren, um Probleme vorherzusehen. Steigende oder sinkende Trends werden oft manuell ermittelt, anstatt von den Systemen erkannt zu werden. Obwohl viele Unternehmen bereits digitale Lösungen wie SAP-Systeme verwenden, wird das volle Potenzial der vorhandenen Daten noch nicht ausgeschöpft. Die Lösungen sind nicht korrekt implementiert oder konfiguriert, Funktionen werden nicht genutzt und Daten nur schlecht gepflegt.


Eine bessere IT-Unterstützung in allen Bereichen kann dazu beitragen, Prozesse zu optimieren, effizienter zu arbeiten und Lieferengpässe zu vermeiden. Es gibt in vielen Unternehmen erhebliches Optimierungspotenzial, das noch nicht ausgeschöpft wurde.


Mit diesen Vorteilen könne Sie rechnen, wenn Sie digitale Lösungen zur Vermeidung von Lieferengpässen einsetzen:

  • Massive Zeiteinsparung gegenüber manuellen Auswertungen Ihrer vorhandenen Daten
  • Optimierte Transportsteuerung
  • Kurzfristige Aussagefähigkeit bei Störungen in der Supply Chain
  • Verbesserte Planung und Simulation von Störungen
  • Vermeidung von Fehlern bei einer manuellen Aufbereitung
  • Standardisierte Dokumentation von vereinbarten Abnahmemengen
  • Standardisierte Hinterlegung von Flaschenhälsen in der eigenen Produktion oder Logistik
  • Handfeste Grundlage für Verhandlungen mit Kunden über Liefertreueauswertungen

 

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