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Excel statt SAP?

Warum Workarounds im Versand gefährlich werden

Eine Mitarbeiterin bearbeitet große Tabellen auf zwei Monitoren.

Inhaltsverzeichnis

Kennen Sie das auch? Ihre Versandabteilung nutzt SAP für die Grundprozesse, aber daneben entstehen immer mehr Excel-Tabellen, Word-Dokumente und inoffizielle „kleine Helferlein“. Was harmlos beginnt, entwickelt sich schnell zu einem risikoreichen Parallelsystem, das Ihr Unternehmen teuer zu stehen kommen kann.

Die schleichende Gefahr: Wenn Excel zur Krücke wird

In deutschen Unternehmen ist es ein alltägliches Bild: Während SAP die Grundlage für Versandprozesse bildet, entstehen nebenher unzählige Excel-Tabellen. Diese werden oft als „schnelle Lösung“ eingeführt, entwickeln sich aber zu dauerhaften Krücken mit weitreichenden Folgen.

Typische Excel-Workarounds im Versand

Parallele Tracking-Listen
Mitarbeiter führen eigene Excel-Tabellen, um den Überblick über Sendungsstatus zu behalten, weil das SAP-System keine ausreichende Transparenz bietet. Diese Listen enthalten oft kritische Informationen, die nirgendwo sonst dokumentiert sind.

Detaillierte Packpläne außerhalb von SAP
Komplexe Laderaumverteilungen und spezielle Verpackungsanweisungen werden in separaten Tabellen verwaltet, da die SAP-Standardfunktionen hier an ihre Grenzen stoßen.

Kundenspezifische Sonderanweisungen
Besondere Versandanforderungen einzelner Kunden – von speziellen Etiketten bis hin zu besonderen Lieferterminen – werden in Word-Dokumenten oder Excel-Listen gepflegt, statt systemisch abgebildet zu werden.

Qualitätsprotokolle und Problemdokumentationen
Wenn Probleme beim Versand auftreten oder Qualitätsabweichungen dokumentiert werden müssen, entstehen oft lokale Datensammlungen, die wichtige Erkenntnisse enthalten.

Die versteckten Risiken von Versand-Workarounds

Was als pragmatische Lösung beginnt, birgt erhebliche Geschäftsrisiken:

Datenverlust und fehlende Nachvollziehbarkeit

Excel-Dateien werden auf lokalen Rechnern gespeichert, gehen bei Hardware-Ausfällen verloren oder sind nur bestimmten Mitarbeitern zugänglich. Kritisches Versandwissen verschwindet, wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

Inkonsistente Datenbestände

Parallel zu SAP geführte Daten entwickeln schnell ein Eigenleben. Unterschiedliche Versionen von Excel-Tabellen führen zu widersprüchlichen Informationen und Fehlentscheidungen.

Compliance- und Audit-Probleme

Wenn kritische Versandprozesse außerhalb des dokumentierten SAP-Systems ablaufen, entstehen Lücken in der Nachvollziehbarkeit. Bei Audits oder Reklamationen fehlen dann die erforderlichen Belege.

Erhöhte Fehlerquote durch Medienbrüche

Jede manuelle Übertragung zwischen Excel und SAP ist eine potenzielle Fehlerquelle. Tippfehler, veraltete Daten oder vergessene Updates können zu kostspieligen Versandfehlern führen.

Abhängigkeit von Einzelpersonen

Komplexe Excel-Konstrukte sind oft nur ihren Erstellern verständlich. Fällt diese Person aus, steht der gesamte Prozess still.

Warnsignale: Wann Workarounds kritisch werden

Bestimmte Anzeichen deuten darauf hin, dass Ihre Versandprozesse gefährdet sind:

Sie haben "Excel-Experten" in der Versandabteilung:

Wenn einzelne Mitarbeiter als unverzichtbare „Excel-Experten“ gelten, ist das ein klares Warnsignal für Systemabhängigkeiten.

Informationen werden mehrfach gepflegt:

Dieselben Daten werden sowohl in SAP als auch in parallelen Systemen erfasst – ein sicheres Zeichen für ineffiziente Prozesse.

Neue Mitarbeiter brauchen Wochen zur Einarbeitung:

Wenn die Einarbeitung hauptsächlich aus dem Erlernen inoffizieller Workarounds besteht, zeigt das die Komplexität Ihrer Parallelsysteme.

Fehler häufen sich bei Personalwechsel:

Versandfehler, die bei Urlaubsvertretungen oder neuen Mitarbeitern auftreten, deuten auf schlecht dokumentierte Prozesse außerhalb von SAP hin.

Der Weg aus der Workaround-Falle

Bestandsaufnahme durchführen

Dokumentieren Sie systematisch alle Excel-Tabellen, Word-Dokumente und inoffiziellen Hilfsmittel in Ihrer Versandabteilung. Bewerten Sie deren Kritikalität für die täglichen Prozesse.

Ursachen analysieren

Hinterfragen Sie, warum diese Workarounds entstanden sind. Welche Funktionen fehlen im SAP-Standard? Welche Prozesse lassen sich nicht abbilden?

Systematische Lösung entwickeln

Statt die Symptome zu behandeln, sollten Sie die Ursachen angehen. Das kann durch Anpassungen im SAP-System, spezialisierte Add-ons oder – in seltenen Fällen – durchdachte Eigenentwicklungen geschehen.

Schrittweise Migration

Führen Sie Verbesserungen schrittweise ein und sorgen Sie für eine saubere Datenmigration. Wichtig: Nehmen Sie die Mitarbeiter mit, denn sie kennen die Prozesse am besten.

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Fazit: Systematisch statt symptomatisch

Excel-Workarounds im Versand sind oft ein Symptom für tiefer liegende Probleme in Ihrer SAP-Landschaft. Statt diese Symptome zu tolerieren, sollten Sie die Ursachen systematisch angehen. Eine durchdachte Erweiterung Ihrer SAP-Funktionalität im Versandbereich zahlt sich langfristig durch stabilere Prozesse, geringere Fehlerquoten und bessere Nachvollziehbarkeit aus.
Der erste Schritt ist immer eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wie viele Excel-Krücken nutzt Ihre Versandabteilung tatsächlich? Und welche Risiken gehen Sie dadurch täglich ein?

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