Streckengeschäft mit SAP abwickeln
Streckenabwicklung automatisieren vom Abruf bis zur Abrechnung
Beim Streckengeschäft beliefern nicht Sie, sondern Ihre Lieferanten Ihren Kunden. Bei Ihnen gehen aber die Abrufe ein und Sie müssen am Ende eine Rechnung an Ihren Kunden stellen. Damit alle Schritte korrekt in Ihrem SAP-System verrechnet werden, müssen Sie einiges beachten – vor allem, wenn Sie mit einem Konsignationslager oder einem externen Dienstleister zusammenarbeiten.
Was bedeutet Streckengeschäft?
Beim Streckengeschäft bestellt Ihr Kunde bei Ihnen Waren, wird aber nicht von Ihnen, sondern von Streckenlieferanten beliefert. Sie verlagern also die Materialbeschaffung als auch die Belieferungslogistik aus. Die sichtbare vertragliche Geschäftsbeziehung besteht aber weiterhin zwischen Ihrem Kunden und Ihnen. Die physische Warenbewegung gibt es nur zwischen Ihrem Lieferanten und Ihrem Kunden.
Welche verschiedenen Ausprägungen der Streckenabwicklung gibt es?
In der Praxis gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Streckengeschäft mit Einzelaufträgen
- Streckengeschäft mit Lieferplänen
- Kombination mit Veredelungsprozess: Der Veredler liefert das Endprodukt selbst an den Kunden aus.
- Kombination mit Konsignationslager oder externem Dienstleister (EDL): Die Ware wird nicht zum Endkunden, sondern in ein EDL-Lager geliefert.
- Interner Streckenprozess: Zum Beispiel bei einer internen Weitergabe von Lieferabrufen an einzelne Produktionsstätte
- Kombinationen der hier genannten Möglichkeiten (zum Beispiel ein Veredelungsprozess mit einer Belieferung an einen EDL)
Was kann der SAP-Standard beim Streckengeschäft?
Im SAP-Standard gibt es einen eigenen Prozess für die Streckenabwicklung. Allerdings sieht dieser nur das Streckengeschäft mit Einzelaufträgen vor. Sobald Lieferpläne ins Spiel kommen, kommt der SAP-Standard an seine Grenzen. Auch verschiedene Kombinationen mit Veredelungs- oder EDL-Prozessen machen den meisten SAP-Anwendern Schwierigkeiten.
Wo gibt es Probleme bei der Streckenabwicklung mit SAP?
Erhalten Sie von Ihren Kunden keine Einzelaufträge, sondern Liefer- und Feinabrufe wird das Streckengeschäft kompliziert. Die Lieferpläne in solchen Konstellationen enthalten mehr Informationen als nur eine einzelne Bestellung. Die gleichen Materialien werden dabei längerfristig immer wieder abgerufen. Diese Informationen müssen Sie bei der Streckenabwicklung an Ihre Lieferanten weitergeben. Bei erfolgter Lieferung erhalten Sie eine Kopie des Lieferavis, das Sie in Ihrem System korrekt verrechnen müssen. Das bedeutet, dass Sie korrekt hinterlegt haben müssen, welche Positionen und Mengen aus Ihren Lieferabrufen bereits erfüllt sind und welche nicht. Die korrekte Übertragung in Ihrem System ist nicht zuletzt für die Rechnungsstellung (auch per Gutschriftsverfahren) zentral.
Der SAP-Standard sieht diese Abwicklung nicht vor. Sie können hier lediglich manuell Informationen in Ihrem System hinterlegen. Für den Fortschritt Ihrer gelieferten Waren müssen Sie dazu eventuell außerhalb von Ihren SAP-Systemen eine Aufstellung machen, mit der Sie verfolgen können, wie viele Waren an Ihre Kunden geliefert sein müssten. Dabei können nicht nur Fehler passieren. Sie können auch nicht hundertprozentig sicher sein, dass Ihre Daten in allen Systemen korrekt sind. Besonders problematisch ist das, wenn Sie – ohne es zu wissen – im Rückstand mit Ihren Lieferungen sind.
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Der Prozess im Detail:
Abruf & Weiterleitung
Kundenabrufe werden automatisch in Ihren Lieferplan eingearbeitet. Auf Basis einer Strecken-Nachricht wird sofort und ohne Verzögerung ein ausgehender Lieferabruf für Ihren Unterlieferanten erzeugt (auch bei manuellen Änderungen im Lieferplan).
Lieferung & Avisierung
Der Unterlieferant verarbeitet den Abruf, erstellt bei Fälligkeit die Lieferung und liefert die Ware an den Kunden. Er erzeugt zwei Lieferavis-Meldungen: eine für den Kunden und eine für Sie (den Streckenbeauftrager).
Simultane Buchung im SAP
Sobald das Lieferavis des Unterlieferanten bei Ihnen eingeht, bucht das System in der gleichen logischen Sekunde einen Zugang im Einkaufslieferplan und eine Auslieferung (Abgang) auf den Kunden-Lieferplan.
Abrechnung & Gutschrift
Diese automatische Buchung bildet die perfekte Basis für die Rechnung des Lieferanten sowie für Ihre Rechnung (oder das Gutschriftsverfahren) an den Kunden. Die Lieferscheinnummer des Lieferanten wird als externe Nummer im Lieferungskopf hinterlegt, was eine problemlose Zuordnung ermöglicht.
Optionales Transportmanagement
Falls nötig, übernimmt der Prozess sogar die Transporterstellung und -verarbeitung. So können Sie beispielsweise auch die EDI-Meldung vom Lieferanten zum Kunden erzeugen, falls Ihr Streckenlieferant dazu selbst nicht in der Lage ist.
Ihr Lieferplan sollte so eingestellt sein, dass die Einteilungen keine Bedarfe erzeugen und der Lieferplan somit auch nicht als Bedarfsdecker dienen muss. Dies ist aber nur eine Empfehlung, keine zwingende Voraussetzung.