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ATLAS-Release 3.0:

Das müssen Anwender von SAP GTS beachten

Der Wechsel auf das ATLAS Release AES 3.0 steht bevor. Der Releasewechsel betrifft auch Anwender von Software für die elektronische Exportabwicklung wie SAP Global Trade Services (GTS). Was müssen Sie dabei beachten?

Das wichtigste zum ATLAS Release AES 3.0 in Kürze

    • Der Zoll plant das Release 3.0 im März 2022.
    • Softwareanbieter wie SAP müssen in diesem Zuge ihre Softwarelösung für das neue Release zertifizieren. Die Zertifizierung startet voraussichtlich im April 2022.
    • Als Anwender müssen Sie anschließend Ihr SAP GTS-System aktualisieren (Einspielen von Patches oder Hinweisen).
    • Spätestens zum Ende der sogenannten weichen Migration muss Ihr System auf die neueste Version umgestellt sein.

 

Wir begleiten Sie gerne durch den Release-Wechsel!

Auch wenn noch nichts Genaues von SAP bekannt ist, ist davon auszugehen, dass der Wechsel zu AES 3.0 größere Änderungen in GTS nötig macht. Die vom Zoll veröffentlichten Anpassungen legen nahe, dass der Umfang der fachlichen und technischen Änderungen in Summe einen erheblichen Zeitaufwand für Anwender bedeutet – eine deutliche Steigerung verglichen mit den vergangenen Releasewechseln.

Wir empfehlen Ihnen daher, sich frühzeitig mit dem Releasewechsel zu befassen!
Eine zeitige Planung der Umstellung stellt sicher, dass sie reibungslos funktioniert. Gerne unterstützen wir Sie bei der Planung und Durchführung des Updates. Wir begleiten Sie bei der Integration, der Organisation des Testbetriebs und auch bei Schulungen Ihrer Mitarbeiter.

Welche Termine sind für den Release-Wechsel wichtig?

Der Zeitplan des Zolls für das Release sieht wie folgt aus:

    • Im März 2022 Überführung des ATLAS Release AES 3.0 in den Echtbetrieb
    • Durchführung der Zertifizierungen für das ATLAS Release voraussichtlich ab April 2022
    • Weiche Migration (also die Umstellungsphase für Teilnehmer beziehungsweise Anwender von Softwarelösungen) bis 16. Juli 2023

Was bedeutet das?
SAP kann ab April 2022 damit beginnen, SAP GTS für das neue Release zertifizieren zu lassen. Wann genau die Zertifizierung abgeschlossen ist, ist noch nicht bekannt. Da einige Änderungen vor allem in Bezug auf die Teilnehmerschnittstelle nötig werden, ist damit zu rechnen, dass Unternehmen ein Update oder einen Patch für SAP GTS einspielen müssen. Je nachdem wie umfangreich dieses Update sein wird, können die Vorbereitung und Durchführung zeitintensiv sein.

Als Anwender von SAP GTS müssen Sie diese Umstellung im Juli 2023 abschließen. Auch wenn der Zeitraum aus heutiger Sicht noch viel Spielraum zu bieten scheint, sollten Sie frühzeitig mit der Planung beginnen, denn bei der Umstellung müssen Sie einige Schritte berücksichtigen.

Was müssen Sie als SAP GTS Anwender beachten?

Folgende Schritte müssen Sie als Anwender von SAP GTS beachten, wenn Sie die nötigen Support Packages einspielen wollen:

    • Gegebenenfalls müssen Vorarbeiten wie eine Archivierung geplant und durchgeführt werden. Eine Archivierung stellt sicher, dass Sie für die Einspielung des eigentlichen Updates möglichst wenig Zeit benötigen.
    • Sie müssen technische Nacharbeiten vornehmen wie beispielsweise einen SPAU-Abgleich.
    • Sie müssen gegenüber der Zollverwaltung einen Testbetrieb für das neue Release beantragen.
    • Der Testbetrieb muss durchgeführt werden.
    • Der Umstellungstermin muss mit der Zollverwaltung koordiniert werden.
    • Das System muss final umgestellt werden.
    • Gegebenenfalls müssen Schulungen für Anwender durchgeführt werden.

Achtung: Bedenken Sie außerdem, dass neben den Anpassungen von SAP GTS auch noch andere Umstellungen notwendig werden können: EDIFACT-Konverter sind nach dem Release nicht mehr zulässig. Sie müssen sich also vergewissern, ob Ihr Konverter XML-fähig ist, und gegebenenfalls den Konverter tauschen.

Ist bei Ihnen vielleicht ohnehin ein Upgrade Ihrer Systeme fällig? Dann prüfen Sie doch zeitnah, ob Sie das Upgrade zusammen mit dem Releasewechsel einspielen wollen. Die nötige Integration und Tests können Sie effizient gleichzeitig durchführen.

Was beinhaltet das ATLAS Release AES 3.0?

Das ATLAS Release hat einige Auswirkungen, die auch die Teilnehmerschnittstelle betreffen. Das sind also die funktionalen Änderungen, die Anwender von Softwarelösungen zur digitalen Abwicklung von Exportvorgängen auch in Ihren Systemen berücksichtigen müssen.

Der Zoll gibt einige Beispiele für solche Änderungen an:

    • Wegfall der Ausfuhrerstattung
    • „Außenwirtschaftsrechtlicher Ausführer“
    • Konzept zentrale Zollabwicklung
    • ZELOS: Übermittlung von Unterlagen, Vorpapieren, Transportdokumenten und Stellungnahmen
    • Geänderter Aufbau der MRN: Master Reference Number statt Movement Reference Number
    • Neue Nachrichten „Rückweisung zur Ausfuhr“ und „Rückweisung am Ausgang“
    • Anpassung aller Nachrichten auf Grund geänderter Spezifikationen des UZK
    • Änderung von Datenkränzen, Codierungen und Codelisten
    • Endgültige Umstellung auf Unicode
    • Endgültige Abkündigung von EDIFACT

 

FAQ

Was bedeutet AES?

AES ist ein IT-gestütztes Ausfuhrverfahren. Die Abkürzung steht für „Automated Export System“.

Was bedeutet ATLAS?

ATLAS ist die Zollsoftware der deutschen Zollverwaltung. Die Abkürzung setzt sich zusammen aus den Worten „Autmatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungs-System“. Es wird sowohl für die interne Vorgangsbearbeitung als auch die Automatisierung der Zollabwicklung verwendet.

Wann findet das ATLAS Release AES 3.0 statt?

Der Zoll plant das Update für März 2022. Anschließend müssen Softwareanbieter wie SAP ihre Systeme zertifizieren lassen. Die weiche Migration, also die Umstellung der Software von Teilnehmern muss bis Juli 2023 abgeschlossen sein.

Was ist SAP GTS?

GTS steht für Global Trade Services und ist eine Softwarelösung von SAP, die umfassende Funktionalitäten für die automatisierte Abwicklung von Zoll und Außenhandel bietet.